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Die Hullmanns und der Plattfisch

 

 

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„Wir waren jetzt fünf Tage auf See, haben zweihundert Kilometer nordwestlich von Helgoland Schollen gefischt, und die Fangreise ist sehr gut verlaufen“. Timo Hullmann, Kapitän der „Destiny“, steuert mit einem vollen Schiffsrumpf den Heimathafen Brake an, wo Familienoberhaupt Dieter schon ungeduldig auf seinen Sohn wartet. Seit 1922 versorgt Hullmans Betrieb Brake und Umgebung mit allem, was der Fischerfamilie ins Netz geht. Inzwischen kommen Gäste aus ganz Deutschland, um ihre Fischgerichte zu kosten. Angefangen hat alles mit zwei Stehtischen, heute vertreiben die Hullmanns ihren Plattfisch im eigenen Restaurant samt Fischladen, im mobilen Verkaufswagen und bei Feierlichkeiten in ihrem Festsaal. Jedes Familienmitglied hat seine Aufgaben. Dieters Frau Anja erledigt die Büroarbeiten und kümmert sich um die Buffets, während Tochter Susann in der Bratküche den Gästen kredenzt, was ihr Bruder Timo von seinen Streifzügen durch die Nordsee mit heimbringt. Ohne das Restaurant und die Buffet-Angebote könnten die Hullmanns sich heute nicht mehr über Wasser halten, denn das Geschäft mit dem Plattfisch läuft seit Jahren schlecht. „Wir müssen uns gegen die Billigangebote aus dem Osten zur Wehr setzen“, erklärt Dieter Hullmann. „So ist ein Überleben als Schollenfischer kaum noch möglich.“ Doch noch hat Hullmann der Mut nicht verlassen. Einmal in der Woche besucht er die Auktion im niederländischen Hafen Lauwersoog. Wenn sein Kutter nicht genügend Fisch für Restaurant und Laden gefangen hat, bietet Dieter Hullmann selbst mit. Heute aber kann er hier 16 Tonnen Scholle aus familieneigenem Fang präsentieren und auf einen Käufer hoffen.

 

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